DIE PHASEN DER WECHSELJAHRE

Frauen(körper) im Wandel

YOGAPLUS BERLIN Inhaberin: Anja Kotlan Marschnerstr. 43 12203 Berlin Deutschland

Der Begriff Wechseljahre umfasst in der Regel die gesamte Phase der hormonellen Umstellung einer Frau, im Schnitt vier bis zehn Jahre. Diese Phase kann aber auch individuell kürzer oder länger sein.

PRÄMENOPAUSE

(mit ca. Mitte/Ende 30 bis 45 Jahren)
Erste Schwankungen des Hormonspiegels, vor allem unregelmäßiger Eisprung; Progesteron sinkt oft früher und stärker als Östrogen
Auswirkungen: Zyklusveränderungen, Prämenstruelles Syndrom (PMS) kann sich verstärken, Schlafstörungen, Energieverlust, Reizbarkeit etc.

PERIMENOPAUSE

(mit ca. 45 bis 52 Jahren, Phase direkt vor und um die letzte Periode)
Hormonproduktion schwankt stark; Eisprünge werden seltener; Östrogen- und Progesteronspiegel fallen unregelmäßig ab
Auswirkungen: Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, unregelmäßige Blutungen, depressive Verstimmung, Kraftlosigkeit, Hitzewallungen, Gelenkschmerzen etc.

MENOPAUSE

(Zeitpunkt der letzten Regelblutung, im Schnitt mit ca. 51 Jahren)
Die Eierstöcke stellen die Hormonproduktion weitgehend ein; Östrogen- und Progesteron-Mangel auf niedrigem Niveau
Auswirkungen: Keine Periode mehr, oft weiterhin oben genannte vielfältige Wechseljahresbeschwerden

POSTMENOPAUSE

(Zeit nach der Menopause)
Der Körper hat sich auf niedrigen Hormonstatus eingestellt; Hormonproduktion ist minimal, kein Eisprung mehr
Auswirkungen: Anhaltende Symptome wie trockene Schleimhäute, Osteoporose-Risiko steigt, Libido-Veränderungen (je nach Zusammenspiel von Hormonmangel, körperlichen Veränderungen, psychischen Faktoren und Beziehungseinflüssen)

SONDERFALL: Hormonelle Eingriffe und Erkrankungen

Pille oder Hormonspirale: künstlicher Eingriff in den Hormonhaushalt einer Frau
PCOS (hormonelle Stoffwechselstörung), Endometriose, Schilddrüsenerkrankungen: hormonelle Dysbalancen mit starken Auswirkungen
Operative Eingriffe (z.B. Eierstockentfernung): plötzliche hormonelle Umstellung, die sogenannte „Künstliche Menopause“ tritt dann ein

Der nachfolgende Interview-Auszug zeigt, dass trotz der Veränderungen in der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion zum Thema ‚Wechseljahre‘, sich die medizinischen Fachkreise um noch bessere Aufklärung gegenüber den Frauen bemühen und weitere Forschung zu dem Themenkomplex vorangetrieben werden müssen.

26.11.2025, Interview mit Dr. med. Judith Bildau (JB), Gynäkologin und Autorin, geführt von Lisa-Marie Yilmaz (LY), Journalistin

Hormonelle Beschwerden können das Leben einer Frau maßgeblich beeinflussen. Trotzdem sind Erkrankungen wie Endometriose nur unzureichend erforscht. Oft werden Beschwerden, etwa während der Wechseljahre, auch verharmlost. Für die Gynäkologin Judith Bildau ist das ein Zeichen für Frauenfeindlichkeit in der Medizin – sie fordert daher mehr Aufklärung und ein Umdenken.

Auszug aus dem Interview: 

LY: “Die Wechseljahre sind für die Betroffenen oft mehr als nur Hitzewallungen. Trotzdem scheinen diese Beschwerden häufig ausschließlich mit diesem Symptom in Verbindung gebracht zu werden.

JB: “So ist es. Dabei sind meiner Erfahrung nach Hitzewallungen für viele Frauen in den Wechseljahren das kleinste Problem, wenn es um ihre Beschwerden geht. Deutlich größere Herausforderungen bringen Faktoren wie schlaflose Nächte und die Tatsache, sich in einem psychisch desolaten Zustand zu befinden.
Immer wieder begegnen mir Frauen, die während ihrer Wechseljahre keine Hitzewallungen haben und demnach davon ausgehen, keinerlei Beschwerden zu haben.
Parallel suchen sie aber orthopädische Hilfe auf, weil sie an Rückenschmerzen leiden oder suchen psychologische Hilfe wegen Depressionen – dabei können diese Beschwerden natürlich ein Symptom der Wechseljahre sein.
Die Palette der Wechseljahrbeschwerden ist wahnsinnig bunt. Das bedeutet natürlich nicht, dass alle Frauen alle Beschwerden haben müssen. Doch die Vielfalt der Beschwerden sollte erkannt und als Aufforderungen an alle Fachdisziplinen verstanden werden, sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen.” …

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